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Nacht 33

Mein Herz raste, als sie mit mir sprach. Aber noch mehr, als sie kurz geht um uns was zu Trinken zu machen. Sie ist 26, aber erwachsene 26, die Sorte Frau, die schon mit fünfzehn mehr über das Leben als Mann weiß, als ein 20-jähriger Mann.
Irgendwie kommt mir das Szenario bekannt vor, auch wenn es so seltsam ist, dass man schwer glauben kann es ein zweites Mal zu erleben; irgendwie kann ich mich, wenn ich es dann kenne, nicht an den Ausgang erinnern. Oder... den Verlauf.
Sie hat wenig an, ich kann von hieraus den meisten Teil ihres Hinterns sehen; sie rührt betont langsam die Drinks zusammen, bewegt sich langsam ohne den Anschein von Trägheit zu erwecken.
Seit zweieinhalb Jahren ist sie jetzt mit meinem Vater zusammen, lange genug, um ihre grenzenlose Freigiebigkeit kennen zu lernen, aber auch ihren Stil zu studieren. Egal wie elendig sie vollgedröhnt und verkommen auf der dreckigen Couch aussehen mag, wenn sie will kann sie einfach aufstehen und die Frau des Bürgermeisters auf einem Empfang spielen. Stilvoll und elegant. Wahrscheinlich würd sie selbst den Bürgermeister spielen können.
Ekelhaft, dieses dekadente Getue, dieser feige Schlag ins Gesicht all jener, die der Droge Nest nicht flügge werden können, einschließlich meines Vaters. Dann dieser Körper, eine Frechheit, ein wunderschönes, flitchenhaftes Wunder, dann auch noch mit so einem wie ihm zusammen, lächerlich wie das Leben manchmal spielt.
Jedenfalls ist es mein Grund zu glauben, sie hätte noch einen richtigen, einen reinen Kern, den der schwarze Saft nicht verunreinigen kann, der hier Tag für Tag von der Decke tropft.
"Ist Samuel nicht gut bekommen letztens, m?" sagt sie, während sie, den Rauch inhalierend, an ihrem Getränk nippt und mir den Rauch samt Parfüm und dem Geruch unverdauter Männerherzen sanft um mein Hemd bläst, das sich ihm entzieht, sich um meine Brust schlingt und das klopfende Herz freigibt, auf das sie gierig stiert. Vielleicht will sie mich fressen. Vielleicht vernaschen, doch der Anblick des schlagenden Herzens bewirkt irgendwas in ihr.
"Der sollte besser bei den Sachen bleiben, die ihm liegen." sage ich bemüht erwachsen zu wirken.
"Wem liegen Drogen schon." sagt sie etwas leiser.
"Naja," sag ich, "was ist mit Vater?"
"Sie liegen ihm nicht, er ERliegt ihnen. Aber reden wir doch über dich." sagt sie verführerisch und legt mir die Hand auf mein Knie.
Ich nehme eine Zigarette in die Hand und beuge mich vor. Zu ihr, sodass sich unsere Lippen beinahe berühren. Im letzten Moment greife ich mir das Feuerzeug, nach dem ich mich gestreckt habe und lehne mich zurück.
28.12.09 16:36
 


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