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Tag 42

Ich schlief gestern ruhig ein. Den ganzen Tag, beziehungsweise die ganze wache Zeit verbrachte ich regungslos, auf die Atmung konzentriert und wissend, dass es bald zu ende geht. Diese Nacht würde ich sterben, kein Wunder in Sicht, keine Reue.
Was würde ich auch vermissen, das Leben so wie ich es jetzt kennen gelernt hab, war nicht das was man sich unbedingt wünscht noch einmal zu durchleben.
Und trotzdem war es schön. Die Vögel waren zwar scheu aber freunlich zu mir.
Die Spice-Girls waren ein Wegbegleiter; kannte sie von Anfang an, waren so etwas wie ein alter Freund, dessen Gesicht man nicht mehr weiß, doch die Sicherheit die man von ihm bekommen hat in Sehnsucht gehüllt dein neues Ich, den Menschen, den du geworden bist, stützt.
Ein Erlebnis war es auch, diesen monströsen Kackehaufen zu sehen und erst den Typen, den Menschen ohne Gewissen und doch mit einem Lächeln, welches dich zuHause fühlen lässt.

Frage mich, ob es nicht besser gewesen wäre, das rauchende Monster hätte mich an Ort und Stelle verschlungen.

Doch heute mache ich die Augen auf und erblicke schwarz statt dem erwarteten weißen Gleißen des Himmels. Bin nicht tot, doch ich muss sterben. Wahrscheinlich genau jetzt.
Alles stürzt über mir zusammen, dass ich mich im Liegen auf der Nussschale zusammenkauern muss , die Knie an die Brust ziehe und weine. Erst ganz zögerlich, ganz langsam fließt mir die erste Träne über die Wangen. Als diese den hölzernen Beschlag berüht, folgen diesem Beispiel viele andere.
Weine um mich, um diese Tragödie, darum, dass ich das Leben nicht richtig kennenlernen durfte.
Mir ist so elend, fühle mich wie nie geboren, wie abgeschoben, zurückgelassen, so als hätte man niemals die Absicht gehabt mich jemals abzuholen.
Plötzlich wird mir schlecht, ich stehe auf und kotze in den See. Kotze meine Tränen, meine Gefühle und meinen Schmerz in die See, doch ein Faden ekligen Sabbers bleibt mir an der Kehle kleben, an dem der Schmerz wieder in mich rein klettert und mich - mich unverändert elend fühlend - weiterkotzen lässt.
Ich schreie mit der von Magensäure gereizten Stimme in die Dunkelheit hinaus.
"Du Hure!! Du dreckige Hure, was willst du von mir? Was willst du???? Sieh mich an, ich sterbe! Ich sterbe verdammt und...." mir kommt es noch mal hoch und ich weine meine Magensäure in den See und, weil es mir grad nicht wichtig ist, auch auf den Rand des Bootes, kotze und würge wütend die See an, bis sich das Kotzen in ein Schluchzen und jammern vergeht; weil mir die Worte fehlen schreie ich weinen "aaaaa" in hoffnungslosem Ton, wütend bis zur Haarspitze, dabei verzweifelt bis zur Wurzel.
"Hilf mir" stöhnt mein vom Reihern ausgezehrter Körper, den Kopf über der Relig nach unten gebeugt, die Arme vor der Brust verschränkt, denn mir fröstelt es. Das wird der Tod sein, der mit seiner eisig kalten Sense sie ganz langsam an meinem Rücken entlang schaben lässt und mir jedes Härchen Hoffnung einzeln von meinem Herzen trennt.
Letztlich überwiegt die Wut doch und ich schreie kotzend. "AAAAAA! AAAA zum Teufel!!!"
Dann stehe ich auf und schlage im Wahn auf die Bildertafel ein, breche mir fast die Hände dabei, doch egal, spätestens morgen bin ich sowieso tot, was nützen mir dann meine Hände.
Verspüre diese unmessbare Leere, die Verzweiflung in meinem Kopf bis ich sie nicht mehr aushalte, dann schlägt sie um auf meinem Körper, lässt mich erzittern und schreien, dass ich bald nicht mehr sprechen kann. Fast nicht mehr röcheln, reiße die Augen so weit auf, dass sie schmerzen, will dem Tod ins Gesicht sehen, doch er zeigt sich nicht.
6.6.10 02:36
 


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