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Tag 63

Die Angst steigt doch irgendwann zu verhungern.
Fühle mich zunehmend schwach.
Starte heute meinen letzten Versuch mein Leben zu verlängern.
Kann mich auch nicht mehr der Flimmerwand entziehen wie am Anfang. Ich höre sie Tag und Nacht. Sogar beim Schlafen liegen mir die krakelenden Stimmen in den Ohren, einzig wenn ein stummes Progamm läuft kann ich einschlafen.
Habe den Entschluss gefasst, den Supernatürlichen zu vertrauen und zu suchen. Meiner Vermutung nach ist unter dem Boot eine Angel versteckt. Muss sie, wo denn auch sonst, hinter der Flimmerwand hab ich schon vor Wochen nachgesehen.
Einzig die Angst davor das Boot zu verlieren und hilflos im dunklen Ozean zu dümpeln haben mich bisher davon abgehalten unterm Boot nachzuschauen. Das ist jetzt nicht mehr notwendig, wenn entgegen meinen Erwartungen keine Angel unter dem Boot ist, ist es auch egal, ob ich das Boot verliere oder nicht, dann ginge ich eh innerhalb von Minuten unter, so schwach fühle ich mich.
Zögernd liege ich auf dem Bauch, sehe in die dunkle Tiefe. Das wird nun ganz schnell gehen. Entweder ich finde eine Angel und lebe. Oder ich finde keine und bleib direkt unten, ganz einfach.
Wie ein Fisch will ich vom Schiffchen ins Wasser gleiten, doch meine Rippen reiben und rumpeln eher über die Reling, es tut saumäßig weh, doch als es fast vorbei ist schnapp ich so viel Luft wie in meine Lungen passt.
Kalte Nässe umspült zum ersten Mal meinen ganzen Körper, es ist kalt; glitschig unter dem Boot, wie fühlt sich eine Angel eigentlich an?
Stöber in der Schwärze, suche das kleine Boot ab, taste umher und der Druck in meinem Inneren wächst.
Noch gebe ich nicht auf, die Angel muss hier irgendwo sein.
Ein zweiter Versuch. Schnell nach oben Luft schnappen und weiter gesucht. Glibber scheint auf der Unterseite zu wachsen, das Boot hat allerlei Konturen im Wasser, suche nach Schaltern, nach Klappen oder Hebeln, irgendwas müssen die Supernatürlichen da versteckt haben.
Stundenlang suche ich jeden Zentimeter vom Boot ab, formte ein vollständiges Bild in meinem Kopf, in dem jedoch keine Angel zu finden war.
Doch nach dieser erfolglosen Suche war mein Abenteuergeist geweckt und ich suchte nach weiteren Möglichkeiten meinem Schicksal zu entrinnen.
Hab das Boot nicht verloren, was war ich nur für ein Thor, sterben zu wollen.
Jetzt geht die Suche erstmal los, wenn sie nicht im materiellen zu finden ist, so muss sie im Kino sitzen.

Dinge die mir wichtig erscheinen notiere ich mir indem ich sie in Gedanken an Körperteile oder bestimmte Stellen des Bootes setze.
Kann mir so nur die wichtigsten Sachen aufschreiben.
Was ist wichtig, worauf soll ich achten?
Ich muss die großen Zusammenhänge erkennen, die Botschaft lesen. Vielleicht die Abfolge der einzelnen Sendungen, vielleicht das, was sie aussagen.

Kann keinen klaren Gedanken fassen.
Bin zu hungrig.

Bin dabei

zu sterben.

16.6.10 16:25
 


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